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4. Früherkennung und Intervention

Eine kurze Erklärung des Arbeitsansatzes "Früherkennung", gefolgt von Fragen, Tipps und Anregungen zur Früherkennung in der offenen Jugendarbeit. Ebenfalls findet ihr hier nützliche Arbeitshilfen zur Früherkennung als Downloads.

Traditionellerweise leistet die offene Jugendarbeit viel an Suchtprävention, sowie an Gesundheitsförderung, indem sie beispielsweise Jugendlichen Freiräume und Entfaltungsmöglichkeiten öffnet, Partizipation ermöglicht, das Verantwortungsbewusstsein stärkt, die Rausch- und Risikokompetenz erhöht und den Umgang mit Substanzen mit Suchtpotential in der Freizeit thematisiert.

Früherkennung und –intervention gehen darüber hinaus. Sie haben zum Ziel, Risiken für Problementwicklungen frühzeitig zu erkennen und zweckmässige Interventionen auf individueller und struktureller Ebene einzuleiten. Die offene Jugendarbeit kann dazu einen Beitrag leisten, jedoch nicht die alleinige Verantwortung übernehmen. Eine vollständige Früherkennung/-intervention muss daher immer auf Gemeindeebene angegangen werden und alle relevanten Akteure (z.B. Gemeinde, Schule, Jugendarbeit, Vereine, lokale/regionale Fachstellen) einbeziehen. Dieses Kapitel bezieht sich aber nur auf die minimalen Anforderungen zur Früherkennung in der offenen Jugendarbeit.

Da es bei der Früherkennung einerseits um das Erkennen von versteckten Hilferufen geht, die Jugendarbeit aber andererseits auch die  Aufgabe hat, den Jugendlichen Raum für Experimente zu eröffnen, kommt ihr hier eine besondere Rolle zu. Um dieser Rolle auch gerecht zu werden, ist eine vertiefte Auseinandersetzung mit dem Thema Früherkennung unumgänglich.

Fragen und Reflexion:

  • Welche Beobachtungen bei Jugendlichen sind für euch Warnsignale,
    an denen sich eine Früherkennung orientieren kann?
  • In welchen Settings macht ihr eure Beobachtungen
    (Treff, aufsuchende JA...)?
  • Hat euer Team ein Gefäss zum Austausch/Reflexion der gemachten Beobachtungen?
  • Wie entscheidet ihr, ob eure Beobachtungen einer Intervention bedürfen?
  • Welche Interventionsmöglichkeiten sind vorgesehen?
  • Wie entscheidet ihr, ob ihr eine Fachstelle beiziehen müsst oder noch selber handeln könnt?
  • Ist der Informationsfluss bezüglich des weiteren Verlaufs sichergestellt?
  • Welche Institutionen in eurer/m Gemeinde/Quartier intervenieren ebenfalls bei Jugendlichen mit auffälligen Merkmalen?
  • Besteht eine regelmässige Vernetzung mit definiertem Inhalt mit diesen Institutionen?
  • Kennt die zuständige Suchtpräventionsstelle euer Vorgehen bezüglich Früherkennung?
  • Tauscht ihr euch regelmässig mit ihr darüber aus?
  • Wertet ihr eure Interventionen aus?
  • Wie sieht diese Auswertung aus, wer ist daran beteiligt?

Tipps und Anregungen:

  • Für die Früherkennung ist es unerlässlich im Team Klarheit und Konsens darüber zu haben, was und wann beobachtet werden soll. Es ist sinnvoll, diese Beobachtungen festzuhalten.
  • Für die Reflexion der Beobachtungen eignet sich neben dem Team auch eine Supervision, Intervision, Vernetzung mit anderen Institutionen und/oder einer Fachstelle.
  • Es ist wichtig und auch entlastend, genau zu wissen, wann ihr wie handeln/intervenieren wollt, was in euren Möglichkeiten liegt und ab wann der Beizugeiner Fachstelle unerlässlich ist. Nützliche Arbeitsblätter findet ihr hier:
  • Schriftliche Unterlagen vereinheitlichen euer Vorgehen und erhöhen die Verbindlichkeit.
  • Wenn die Fachstelle über euren Umgang mit dem Thema Früherkennung informiert ist, kann sie euch bei eurer Arbeit besser unterstützen. Optimal ist es, wenn ihr dort eine feste Ansprechperson habt.
  • Die Auswertung eurer Interventionen hilft euch, eure Arbeitsanleitungen/Konzepte anzupassen. Wo möglich ist der Beizug eurer Ansprechperson in der Fachstelle wünschenswert. 
 
 
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