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3. Regeln und Konzepte

In den Regeln (geschriebene und ungeschriebene) und Konzepten der Jugendarbeit kann der Gedanke an Suchtprävention und Gesundheitsförderung gut verankert werden. Das Kapitel bezieht sich nicht nur auf die Treffarbeit sondern stellt auch Fragen zu aufsuchender Jugendarbeit und Veranstaltungen.

Treffbetrieb

Fragen und Reflexion:

  • Welche Regeln bezüglich Alkohol- und Tabakkonsum gelten während dem Treffbetrieb?
  • Gibt es verhandelbare und nicht verhandelbare Regeln?
  • Konnten Jugendliche bei der Ausarbeitung der Regeln und Sanktionen mitreden?
  • Sind Regeln und Sanktionen im Treff für alle sichtbar aufgehängt?
  • Wie begründet ihr diese Regeln?
  • Wie wird die Einhaltung kontrolliert?
  • Wie reagiert ihr bei Regelverstössen?
  • Gelten diese Regeln auch für eure Büroräume?
  • Wie erklärt ihr eine allfällige Diskrepanz?
  • Was gilt im Aussenareal des Treffs?
  • Gibt es in eurem Treff ungeschriebene Regeln?
  • Wie reagiert ihr, wenn Jugendliche im Aussenareal rauchen oder trinken?
  • Wisst ihr immer genau, wie ihr darauf reagieren wollt?
  • Welches Verpflegungsangebot finden die Jugendlichen im Treff?
  • Entspricht das Angebot den gängigen Ernährungsempfehlungen?
  • Haben die Jugendlichen genügend treffbezogene Partizipationsgefässe und –angebote?
  • Welche Festkultur zelebriert ihr in eurem Treff?
  • Kennt ihr in eurem Treff eine Kultur der lustvollen Alternative zum Alkohol- und Tabakkonsum?

Tipps und Anregungen:

  • Empfehlungen zu alternativem Verpflegungsangebot findet ihr im Kapitel Praxisbeispiele
  • Kriterien für gelungene Partys findet ihr hier: Download
  • Alkohol muss nicht unbedingt  tabu sein, sollte aber zur Kultivierung von Genuss und Genussfähigkeit eingesetzt werden.
  • Das Konzept darf Rituale zur Förderung der Rauschkompetenz enthalten (z.B. Grossgruppenerlebnisse, Freinachtabenteuer, Tanz- oder Trommelextase, Glücksspiele. Dabei muss beachtet werden, dass in der Gruppe die Risikobereitschaft der einzelnen Personen zunimmt. Ihr seid verantwortlich für den Schutz der einzelnen vor sich selber. Solche Rituale müssen unbedingt einen Abschluss haben. Download
  • Regeln und Sanktionen sollen wo immer möglich mit den Jugendlichen gemeinsam erarbeitet werden. Dazu ist es sinnvoll, nach verhandelbaren und nicht verhandelbaren Regeln zu unterscheiden. Auf jeden Fall aber müsst ihr die geltenden Regeln begründen können.
  • Alle Regeln und Sanktionen müssen für alle gut sichtbar und verständlich im Treff aufgehängt werden.
  • Sanktionen müssen vom ganzen Team konsequent angewendet werden.

Vermietungen

Fragen und Reflexion:

  • Welche Regeln bezüglich Alkohol- und Tabakkonsum gelten bei Vermietungen?
  • Waren Jugendliche bei der Ausarbeitung beteiligt?
  • Sind die Regeln im Mietvertrag vermerkt und wird bei der Schlüsselübergabe darauf aufmerksam gemacht?
  • Wie erklärt ihr allfällige Unterschiede zum Treffbetrieb?
  • Gelten unterschiedliche Regeln für verschiedene Mieter/innen? Warum?
  • Wie wird die Einhaltung dieser Regeln kontrolliert?
  • Sind sie überhaupt kontrollierbar?
  • Was geschieht bei Regelverstössen?

Tipps und Anregungen:

  • Besonders bei  Vermietungen müssen die Regeln und Sanktionen speziell erwähnt werden. Am einfachsten gelingt dies bei der Unterzeichnung des Mietvertrages.
  • Es ist wichtig, allfällige Unterschiede zu den Regeln im Treffbetrieb zu begründen.
  • Bei Vermietungen ist es oft schwierig oder unmöglich, die Einhaltung der Regeln zu kontrollieren, es ist wichtig, dass euch das bewusst ist.
  • Kriterien für gelungene Partys mit Mieter/innen besprechen.
  • Öffentlicher Raum und aufsuchende Jugendarbeit

Fragen und Reflexion:

  • Welche Regeln bezüglich Alkohol- und Tabakkonsum gelten bei Projekten und Anlässen im öffentlichen Raum oder bei Ausflügen?
  • Wie reagiert ihr auf konsumierende Jugendliche bei der aufsuchenden Jugendarbeit?

Tipps und  Anregungen:

  • Wichtig ist, dass die Regeln allen bekannt sind und vom ganzen Team einheitlich angewendet werden.
  • Im öffentlichen Raum ist es nicht immer möglich, mit Sanktionen zu arbeiten. Trotzdem müsst ihr eine Strategie haben, wie ihr dort mit Regelverstössen umgehen könnt.
  • Eure Reaktionen auf konsumierende Jugendliche im öffentlichen Raum sollen vom ganzen Team mitgetragen werden.
  • Mädchen die damit beginnen sich im Nachtleben zu bewegen, können von älteren Mädchen beraten werden (Kleider, Schminke und deren Wirkung, Reflexion der Erlebnisse).
 
 
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